Dienstag, 8. April 2008

Jean-Christophe Grangé "Das Herz der Hölle"


















Nach den ersten Seiten, wenn man sich dem Kern der Sache endlich annähert, will man wissen wie es weiter geht. Unbedingt. Es sind also ein paar lange Nächte geworden - die ich keinesfalls bereue. Ein Buch für Krimifans, die es auch ein bisschen blutiger vertragen. Denn so manches Bild, das ich beim Lesen vor Augen hatte, klang noch nach. Schauder. Dabei bin ich nun wirklich abgebrüht.

Mathieu ist bei der Kripo Paris, wie sein bester Freund Luc. Als dieser einen angeblichen Selbstmordversuch unternimmt und ins Koma fällt, weiß er, dass hier etwas faul ist. Luc ist gläubiger Christ, so wie er auch. Nie würde er durch Selbstmord die ewigen Verdammnis riskieren. Welche Sache war also so schlimm - das Luc nur noch diesen Ausweg sah? Mathieu nimmt die Spur auf und deckt nach und nach die grausige Wahrheit auf. Eine albtraumhafte Mordserie, deren (Mehrzahl!) Mörder bereits klinisch tot waren, bis man sie aus dem Koma ins Leben zurück holte. Leichen, die verschiedene Verwesungszustände aufweisen, samt der dazugehörenden Insekten, die Leichenschmaus halten. Aber wie kann ein Mensch in nur einer Woche fast skeletierte Beine haben, aber noch ein unversehrtes Gesicht? Wer präpariert die Leichen derart? Und warum tut er dies, während diese Menschen noch am Leben sind? Wieso müssen sie bei lebendigem Leib verwesen, bevor sie sterben dürfen? Alle Zeichen deuten darauf hin, dass Satan persönlich die Hand im Spiel hat und dass er Mathieu zu einem Rendezvous eingeladen hat.

Grangé hält die Spannung durchgängig, er gehört nicht zu denen, bei denen man schon am Anfang erfährt, wer es war. Nein, er lässt den Leser selber knobeln. Er lockt ihn auf etliche falsche Fährten und macht das ganz wunderbar.
Einziges Manko für mich.. es wimmelt nur so vor Franzosen. Klar, die Geschichte spielt in Frankreich. Sogar der Autor ist ein Franzose. Aber ich kann mir nie die Namen merken - sie "hören" sich für mich alle gleich an. Oh Jammer. Ein schönes Buch..
Fazit: Daumen nach oben - kaufen!

Sandras Prophezeiung












Netz-Fundstück:

Im Folgenden eine wirklich gestellte Frage im Abschlusstest Chemie der UNI Maynooth, Grafschaft Kildare, Irland

Bonusfrage: Ist die Hölle exotherm (gibt Wärme ab) oder endotherm (absorbiert Wärme)?

Die meisten Studenten mutmaßten mit Hilfe von Boyles Gesetz, dass sich Gas beim Ausdehnen abkühlt und die Temperatur bei Druck sinkt oder etwas in der Art.

Ein Student allerdings schrieb Folgendes:
Zuerst müssen wir herausfinden, wie sehr sich die Masse der Hölle über die Zeit verändert. Dazu benötigt man die Zahl der Seelen, die in die Hölle wandern und die Zahl jener Seelen, die die Hölle verlassen. Ich bin der Meinung, dass man mit einiger Sicherheit annehmen darf, dass Seelen, die einmal in der Hölle sind, selbige nicht mehr verlassen. Deswegen verlässt keine Seele die Hölle. Bezüglich der Frage, wie viele Seelen in die Hölle wandern, können uns die Ansichten der vielen Religionen Aufschluss geben, die in der heutigen Zeit existieren.

Bei den meisten dieser Religionen wird festzustellen sein, dass man in die Hölle wandert, wenn man ihnen nicht angehört. Da es mehr als nur eine dieser Glaubensbekenntnisse gibt und weil man nicht mehr als einer Religion angehören kann, kann man davon ausgehen, dass alle Seelen in die Hölle wandern. Angesichts der bestehenden Geburts- und Todesraten ist zu erwarten, dass die Zahl der Seelen in der Hölle exponentiell wachsen wird.

Betrachten wir nun die Frage des sich ändernden Umfangs der Hölle. Da laut Boyles Gesetz sich der Rauminhalt der Hölle proportional zum Wachsen der Seelenanzahl ausdehnen muss, damit Temperatur und Druck in der Hölle konstant bleiben, haben wir zwei Möglichkeiten.

1. Sollte sich die Hölle langsamer ausdehnen als die Menge hinzukommender Seelen, wird die Temperatur und der Druck in der Hölle so lange steigen bis die ganze Hölle auseinander bricht.

2. Sollte sich die Hölle schneller ausdehnen als die Menge hinzukommender Seelen, dann werden Temperatur und Druck fallen, bis die Hölle zufriert.

Welche der Möglichkeiten ist es nun?

Wenn wir Sandras Prophezeiung mit einbeziehen, die sie mir gegenüber im ersten Studienjahr geäußert hat - nämlich "da muss schon die Hölle zufrieren, bevor ich mit dir schlafe" - sowie die Tatsache, dass ich gestern mit ihr geschlafen habe, kommt nur Möglichkeit Zwei in Frage.

Deshalb bin ich überzeugt, dass die Hölle endotherm ist und bereits zugefroren sein muss.

Aus der These, wonach die Hölle zugefroren ist, folgt, dass keine weiteren Seelen dort aufgenommen werden können und sie erloschen ist...womit nur noch der Himmel übrig bleibt und die Existenz eines göttlichen Wesens beweist - was wiederum erklärt, warum Sandra gestern Abend die ganze Zeit "Oh mein Gott" geschrieen hat.

Dieser Student erhielt als einziger einen Einser.

Montag, 7. April 2008

Durchblick














Das ist das gute Stück endlich. Nach zwei Wochen durfte ich sie endlich in der Stadt abholen. Der Preis war jedoch so schockierend, dass ich mir umgehend etwas Gutes tun musste. Tildas Haus liegt endlich auf meinem Nachttisch.

Kunsthandwerkermarkt Mosbach














Letzten Freitag habe ich mit I. und meiner Mum einen Ausflug nach Mosbach gemacht. Ein Bekannter erzählte mir, dass hier für zwei Tage auf dem Marktplatz und in der Innenstadt ein Kunsthandwerkermarkt sattfindet. Also habe ich Vergnügen und Arbeit kombiniert und beim Bummeln nach interessanten Ständen Ausschau gehalten.
Im September wird bei uns das alljährliche Straßenfest gefeiert. Dieses Jahr mit Kunsthandwerkern, da mit dem üblichen Angebot von Essen und Trinken keiner mehr hinterm Sofa vorzulocken ist. Aber woher nehmen? Die Suche nach Teilnehmern im Internet hat sich schwierig gestaltet - auch nach mehrmaligem Anlauf. Also bleibt mir nur das direkte Rekrutieren auf Märkten übrig. Durch die Gassen bummeln, Straßenmusikern lauschen, französischen Nougat kaufen, Adressen einsammeln.. durchaus auszuhalten. Das ein Anderer aus dem Büro das machen würde - ich kann´s mir nicht vorstellen.

Der Frühling zickt noch














Draußen hat sich in einer Woche noch nicht wirklich viel getan. Die Kastanie wusste sicher lange vor uns, dass heute wieder Winter sein würde.


















Dafür hat drinnen eine Schachbrettblume ihren Platz gefunden und verbreitet ein wenig Stimmung.

Samstag, 29. März 2008

Kamikaze-Gärtner


















Das gute Wetter der letzten zwei Tage habe ich ausgenutzt, um mich in meinem Minigarten auszutoben.
Der Blumenkasten vor dem Eingang entwickelt sich prächtig, endlich leuchtet das Blau der Traubenhyazinthen - der Blick bleibt immer wieder daran hängen.


















Inzwischen ist auch ein weiterer Kasten bepflanzt. Bunt durcheinander. Nur das Moos fehlt noch.














Dies ist kein Foto einer seltenen außerterrestrischen Lebensform. Es ist eine uralte Forsythie, die seit 10 Jahren nicht mehr beschnitten wurde. Zur Strafe durfte ich mich durch ein Astdickicht mit 5 Metern Durchmesser kämpfen. Ohne die tatkräftige Unterstützung meiner Mum hätte ich das nicht auf die Reihe gekriegt. Wir haben 12 Fahrten zum Häkselplatz gebraucht, um Alles wegzuschaffen. Meine rechte Schulter wurde bereits mit Rheumasalbe gesalbt, die tauben Finger versuchen die richtigen Tasten zu treffen. Beim Bewegen des Kopfes rieselt undefinierbares Gebrösel auf dem Tisch - es wird höchste Zeit für eine Dusche. Bleibt zu hoffen, dass der Busch diesen Punk-Schnitt nicht übel nimmt und wieder austreibt..














So wie diese Kastanie. Die ersten Knospen sind da und strecken ihre klebrigen Blätter in die Luft. Aus Platzmangel lebt sie seit Jahren in einem großen Blumenkübel und hat mich längst an Höhenmetern überholt. Ich kannte sie schon als kleine rotbraune Kastanie, die eine winzige Wurzel aus der seidenglatten Schale herausschob. Seit dem hegen und pflegen wir sie. Mein erster eigener Baum.

Stolze 89 - Großmutter hatte Geburtstag














Diese Woche hat es uns für drei Tage zu meinen Großeltern verschlagen. Der 89ste Geburtstag meiner Oma (Uroma von I.) stand vor der Tür. Ich und I. haben uns also auf den Weg gemacht um bei den Vorbereitungen zu helfen. Kaum zu glauben, was ein Haufen Omis (Durchschnittsalter kurz vor den Neunzig) schon am hellen Vormittag an Sekt wegpichelt. Auch schön: die empörten Blicke, wenn man es zu fragen wagt, ob mit Orangensaft gemischt werden soll.
Die Großeltern wohnen eine ganze Ecke weg und man fragt sich manches Mal, ob man die beiden beim nächsten Besuch wieder wohlbehalten antrifft. Opa ist ein paar Monate jünger und dann wird im November 89. Nächstes Jahr geht es also rund. Zwei 90ste Geburtstage...